100 Jahre „Handfrei“ beim Shopping

Sie spielt eine tragende Rolle bei jeder Shoppingtour: die Papiertüte. Ob auf dem Kurfürstendamm, den Champs-Élysées oder der Fifth Avenue, die Tragetasche aus Papier ist einfach überall auf der Welt präsent. Bereits vor 100 Jahren wurde sie von der heutigen VP-Group in Deutschland unter dem Namen „Handfrei“ patentiert. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte man beim Einkaufen oft alle Hände voll.Heute ist die Tragetasche aus Papier eine Ikone der Alltagskultur. Sie ist nicht nur praktisches Verpackungs- und Transportmittel, sondern ein Imageträger mit hohem kreativen Potenzial. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was Aussehen und Form der Papiertasche angeht. Mal erscheint sie als Klassiker im unifarbenen Look, als Eyecatcher mit farbenfrohen Mustern und Bildern oder als Designertragetasche in feinster Papierqualität, die noch in Handarbeit hergestellt wird. Sie ist ein wahres Chamäleon, dass in Fußgängerzonen und Shoppingpassagen auch nach hundert Jahren die Blicke auf sich zieht.

Daten & Fakten: Tragetasche aus Papier

1906: Die Vereinigten Papierwarenfabriken (VP) in München melden beim Reichspatentamt ein Gebrauchsmuster für „Papiertragetaschen mit an derselben befestigten, über den Arm reichenden Trageband“ an. Die Tragetasche erhält den Markennamen „Handfrei“.

1925: In einem Werbeprospekt aus dem Jahre 1925 werden u.a. die Zeit- und Kosten-ersparnis als Vorteile der Tragetasche genannt: Man rechnet vor, dass die Verpackung von drei Küchenschürzen in einer Tragetasche im Vergleich zur traditionellen Verpackung mit Papierbogen und Bindfaden eine Ersparnis von über 10 Mark pro 1.000 Stück und eine Zeitersparnis von 40 Sekunden pro Einpackvorgang ergibt. Außerdem wird auf die große Reklamewirkung hingewiesen.

Ende der 50er Jahre: Der Tragetasche aus Papier gelingt der Durchbruch als Massenprodukt: Bei der Einführung von Selbstbedienungsläden in Deutschland werden Tragetaschen ausgelegt, um den Verkaufsvorgang zu beschleunigen und um Einkäufe bequem transportieren zu können.

1961: Die Kaufhauskette Horten führt die Kunststofftragetasche in Großauflage ein, Kaufhof und Karstadt folgen. Ab Ende der 60er Jahre dominiert die Plastiktüte.

1965: Eine EMNID-Untersuchung weist erstmals nach, dass Tragetaschen-Werbung Kaufentscheidungen messbar beeinflusst. Eine Infratest-Untersuchung stellt 1968 fest, dass täglich 52% der erwachsenen Bevölkerung Kontakt mit mindestens einer Tragetasche aus Papier haben – im Durchschnitt sind es sogar 28 Taschen.

1968: Die Vereinigten Papierwarenfabriken präsentieren erstmals Tragetaschen aus Papier mit innen eingeklebtem Papiergriff, der den Namen Topcraft® erhält. Der Vorteil dieser neuen Generation von Tragetaschen: Durch die Inneneinklebung kann nun die gesamte Außenfläche für Werbezwecke genutzt werden.

70er Jahre: Das Image der Plastiktüte verschlechtert sich zusehends, da sie als Müllverursacher gilt. Das berühmte Motto „Jute statt Plastik“ wird von der Ökobewegung ausgegeben.

1978/79: Die Steigerung der Granulatpreise führt schließlich zur Einführung des „Tütengroschens“ – bis dahin waren die Plastiktüten gratis erhältlich.

80er Jahre: Die Papiertragetasche erlebt infolge der Umweltdiskussion und einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen, edlen Verpackungen eine Renaissance.

2002: Es sind ca. 7,5 Millionen Papiertaschen und 3,5 Milliarden Plastiktüten auf dem Markt.

2006: Die Tragetasche aus Papier feiert bei VP ihr 100jähriges Jubiläum.

Jahrhunderttüten geht an den start

Nicht ganz pünktlich zum neuen Jahr geht das Jahrhunderttüten-Blog an den Start. Im Mittelpunkt steht nicht nur, alles was mit Tüten und Taschen zu tun hat, sondern auch alles, was man da rein tun kann (shopping :) ). Ob es eher modisch oder eher skuril wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich hoffe ihr habt ein wenig Spaß beim stöbern.

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